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Entstehungsgeschichte & aktueller Status des Heizungssystems
Im Herbst 2021 wurde beschlossen, dass die 20 Jahre alte Gasheizung bald ersetzt werden muss und daher die Planung für eine neue Heizung beginnen sollte. Diesen Job habe ich übernommen.
Zu dieser Zeit dachte ich, dass das ein paar Wochen dauert und wir im nächsten Sommer eine neue Heizung haben. Stattdessen wurde daraus eine längere und intensive Reise mit vielen Erkenntnissen und noch mehr Fragen. Da die gewonnenen Erkenntnisse alle interessieren könnten, die auch eine neue Heizung brauchen, schreibe ich nun einen Bericht zum Umbau in der Freien Schule Heckenbeck, um dem geneigten Leser die Möglichkeit zu geben, an unseren Erfahrungen teilzuhaben.
1. Was können wir machen?
Eine neue Gasheizung einbauen lassen (na klar), aber gibt es da nicht auch noch andere Möglichkeiten? Z. B. Pelletheizung – viele im Dorf heizen mit Holz. Solarthermie, also warmes Wasser vom Dach, dann noch Wärmepumpe. Aber geht das denn? Die verbraucht viel Strom, geht nur im Neubau und kostet viel Geld. Und sonst noch? Nein, mehr geht nicht im ländlichen Dorf.
- Gasheizung: wäre schnell, einfach und kostengünstig, aber die Schüler gehen zu Demos „Fridays for Future“. Also wohl eher nicht zeitgemäß für unsere Schule.
- Pelletheizung: diese braucht viel Platz, den wir nicht haben, und „nachwachsender Rohstoff“ – also alles sauber? Na ja, da scheiden sich die Geister und so manche Emotion ist auch im Spiel.
„Für mich sind Bäume kein ‚nachwachsender Rohstoff‘, sondern wunderbare Gesellen, die da im Wald zusammenstehen. Und so lange wir weltweit – und zum Teil auch bei uns – Wälder verlieren, scheint mir die Aussage ‚nachwachsend‘ nicht so ganz zu stimmen.“ - Solarthermie: braucht Dachflächen, und da sind PV-Anlagen die bessere Variante – und wir haben ja auch schon 10 kWp installiert.
2. Wärmepumpe: also nun doch?
Die meisten Ratgeber empfehlen bei der Nutzung einer Wärmepumpe, aber für die Spitzenlast (also im Winter bei Frost) zusätzlich eine weitere Wärmequelle – in unserem Fall eine Gasheizung.
Dies war vor 3 Jahren noch die Standard-Empfehlung. Seitdem ändert sich das zunehmend, wird aber dennoch weiterhin empfohlen. Aber macht das auch Sinn?
Eigentlich ziemlich einfach: Nein. Warum? Weil z. B. der Betrieb von Gasnetzen pro Anschluss immer teurer wird (also deutlich höhere Gaspreise) und erste Versorger auch schon das Ende ihrer Gasversorgung für 2035 angekündigt haben. Außerdem doppelte Investitionen und mehr Platzbedarf.
Ja, also nur noch mit Strom (Wärmepumpen?) – aber damit beginnt nun eine Planungsphase mit vielen Unbekannten!
3. Vorüberlegungen
Was ist wichtig bei einer Wärmepumpe zu berücksichtigen?
- Bei uns geht nur eine Luft-Wasser-Wärmepumpe.
- Sie heizt mit Strom und sollte möglichst einen Wirkungsgrad von 3 haben – unsere Gasheizung hat einen Wirkungsgrad von 1 (Verhältnis von eingesetzten kWh (Strom oder Gas) zu Heizungswärme).
- Je höher die Vorlauftemperatur im Heizkörper, desto geringer der Wirkungsgrad. Daher werden geringere Vorlauftemperaturen benötigt als bei Gasheizungen üblich.
- Bei Außentemperaturen unter 0 °C geht die Heizleistung von Wärmepumpen zurück.
- Die Anschaffungskosten sind deutlich höher, dafür können Fördermittel beantragt werden.
Soweit die bekannten Fakten. Weitere wichtige Erkenntnisse konnten wir erst im Laufe der Zeit gewinnen.
Folgende Fragen mussten zuerst einmal geklärt werden:
- Welche Heizleistung wird benötigt – was ist mit der „Spitzenlast“?
- Können wir die vorhandenen Heizkörper und deren Rohrnetz weiterverwenden?
- Gilt das für alle Räume gleichermaßen?
- Was kostet das, wie hoch ist die Förderung, und ist das wirtschaftlich?
- Wer baut uns das ein – brauchen wir einen Energieberater?
Neben der Frage „Wer hilft uns bei der Realisierung?“ geht es vorab auch um die Spitzenlast.
Die folgende Erkenntnis (Klimageräte sind Luft-Luft-Wärmepumpen) brachte uns einen guten Schritt weiter. Problem dabei: Es gibt nicht so viele Firmen, die das einbauen (im Frühjahr 2022 eigentlich nur Kältetechnik-Firmen).
Nach umfangreichen Telefonaten waren nur 2 Firmen bereit, sich mit uns zu treffen. Eine Firma aus Hannover gab dann aber nur ein Teilangebot ab, das auch noch deutlich teurer war als das der 2. Firma. Da waren wir erstmal happy – allerdings 3 Jahre später müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass wir uns ziemlich getäuscht hatten. Aber das erkläre ich dann später.
Einen Energieberater konnten wir nur durch „Vitamin B“ gewinnen, denn der war wegen des Förderantrags bei der BAFA zwingend notwendig, aber schwer zu bekommen.
Nach ersten Gesprächen mit den Baufirmen (auch der Hersteller in Form eines Verkaufsingenieurs war dabei) sowie mit dem Energieberater wurde eine Kostenschätzung erstellt. Neben dem Umbau der Heizung sowie der Vergrößerung des Heizungsraumes wurde in dem Zuge auch die Erweiterung unserer PV-Anlage von 10 kWp auf 30 kWp eingeplant. Mit Hilfe der GLS-Bank war eine Finanzierung möglich, und die Entscheidung zur Realisierung wurde vom Leitungsgremium getroffen.
Eine Aussage des Verkaufsingenieurs zur Wartung war: „Wie oft warten Sie Ihren Kühlschrank?“
Später wurde uns klar: Kälteanlagen, gerade auch wenn sie größer sind, unterliegen einer jährlichen Wartungspflicht – diese kostet bis zu 1500 €.
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