Heizungssystem – Bauphase
Bauphase:
In den Sommerferien 2022 wurde der Heizraum erweitert und für die neue Heizung vorbereitet – dies wurde durch unsere langjährigen Handwerker bestens ausgeführt.
Im Herbst wurden dann die Klimageräte, Wärmepumpen und deren Rohrleitungen eingebaut. Kurz vor Weihnachten 2022 wurde es dann problematisch: Der leitende Installateur der ausführenden Firma hatte gekündigt, und es gab in der Firma keinen Facharbeiter für Kältetechnik mehr. Nur mit viel Druck durch uns wurde die Baustelle von Hilfshandwerkern, Fremdfirmen und zwei Einsätzen des Herstellers halbwegs zu Ende geführt. (Bewertung und Erkenntnisse aus dieser Bauphase später)
In den Osterferien 2023 wurde die alte Gasheizung ausgebaut und die schon im Frühjahr neu installierte Pufferspeicheranlage nebst Verrohrung mit den Wärmepumpen, mit einer neuen Heizungspumpe und der Einbindung ins vorhandene Heizungsrohrnetz vorgenommen. Die Arbeiten wurden von der örtlichen Heizungsbaufirma zu unserer vollen Zufriedenheit ausgeführt.
Nach längeren Recherchen und Überlegungen haben wir uns entschieden, eine übergeordnete Regelung selber zu organisieren, zu installieren und in Teilen auch zu programmieren. Dabei durften wir einen langen Weg der Erkenntnisse gehen, der auch noch nicht beendet ist, sondern mit dem Teil der Selbstprogrammierung durch unseren schulinternen Admin erst in 2025 beginnen konnte und auch noch einige Zeit dauern wird. (Details folgen später)
Die Solaranlage wurde in 2023 auf dem Dach installiert. Leider hat die im Unterauftrag vergebene Elektrik und Installation der Wechselrichter nur sehr schleppend funktioniert.
Weg der Erkenntnisse:
Hier geht es nicht darum, über einzelne Personen oder Firmen schlecht zu reden, sondern sich die Problematik einer solchen Umbaumaßnahme anzuschauen, um daraus zu lernen – und wenn nicht mehr für uns, dann wenigstens für andere.
Ein solcher Umbau zu Wärmepumpen beinhaltet einen klaren Systemwandel, der von so manchen Beteiligten nur halbherzig und zum Teil widerwillig begangen wird. Andere wittern das große Geschäft, und manche sind schlicht überfordert. Dazu wurde der notwendige Wandel zu lange verschlafen, und dann durch die ausgelöste Energie-Versorgungs-Panik wollten zu viele auf einmal etwas Neues – damit waren dann manche Branchen ziemlich gefordert.
Was hat sich geändert?
Mit Strom heizen – das ist für so manchen Ökoengagierten aus den 80er und 90er Jahren eine übelste Schandtat (mein Reden 😉). Aber warum ist das jetzt richtig? Weil wir nun zunehmend mehr grünen Strom bekommen, und das in einem Maße, das vor 35 Jahren niemand ahnte, dazu möglicherweise noch vom eigenen Dach. Zu dieser Zeit wurde auch aus einer gewissen Not – und weil es nichts anderes gab – der nachwachsende Rohstoff Holz und Biogas erfunden, mit erheblichen Auswirkungen in Richtung Raubbau, Missbrauch und krimineller Gewinnsucht gegenüber unseren Wäldern und Ackerflächen. Auch wenn es immer noch so manche Verfechter dieser Energie gibt: Es ist eine gefährliche Sackgasse und hat keine Zukunft.
Die Wärmepumpe war dagegen sehr verpönt und wurde eher von der Stromlobby gehypt und nicht von den Ökos, da der benötigte Strom nur mit hohem CO₂ behaftet war. Daher gab es die Wärmepumpe nur als Nischenprodukt in hoch gedämmten Neubauten mit Flächenheizkörpern. Dies hat bei den Herstellern zu entsprechend spezialisierten Geräten geführt, da es ansonsten keinen Sinn machte, sie zu verwenden.
Wenn aber der Strom nicht mehr aus Gas und Kohle mit einem Wirkungsgrad von 33 % gewonnen wird, sondern direkt aus Wind- und Solarkraft kommt, dann ändert das den Blick auf unseren Strom aus der Steckdose erheblich – und dies nicht nur im Heizungsbereich, sondern auch bei der Mobilität.
Hier gilt es jetzt nicht nur alte Feindbilder und lieb gewonnene Einstellungen zu ändern, sondern sich auch mit der damit verbundenen neuen Technik in unseren Häusern zu beschäftigen und den gewohnten Umgang mit der Heizung neu zu denken. Was das bedeutet, folgt noch im Detail später.
Dass die Politik der letzten 30 Jahre die Energiewende verschlafen hat, ist nicht neu. Aber eines kann man wohl feststellen: Ein höherer CO₂-Preis und ein weniger kompliziertes Heizungsgesetz hätten der Sache mehr gedient (warum sich das zeigt, wird später erläutert). Also lasst uns nach vorne schauen.
Hier nun zurück zu unserer Baustelle:
Die Probleme mit den ausführenden Firmen für die kältetechnischen Anlagen waren vielfältig: zu lange Anfahrtswege, die bei nicht gut laufenden Baustellen zunehmend zum Problem wurden. Auch die Verfügbarkeit ist viel geringer als bei den örtlichen Heizungsbauern – sie brauchten oft Wochen, um notwendige Arbeiten auszuführen (Firmen im Unterauftrag waren kaum eine Hilfe und zeigten wenig Interesse an einem guten Ergebnis ihrer Arbeit). Hersteller der Geräte, die nicht über ein dichtes Netz von sachkundigem Personal verfügen, sind für einen notwendigen und zeitnahen Support kaum zu erreichen (oder dann sehr kostspielig – in unserem Fall durch Anreise aus München). Auch zwei Jahre nach dem eigentlichen Bauende und ein Jahr nach Abschluss der Arbeiten warten wir immer noch auf die Behebung von Mängeln, die sich zudem teilweise auch jetzt noch neu einstellen.
Wärmepumpen und Klimageräte sind Kältetechnikanlagen mit einem eigenen Ausbildungsberuf. Daher ist es nicht mal eben gegeben, dass Heizungsbauer diesen Job einfach übernehmen. Dabei ist die handwerkliche Ausführung noch das geringste Problem – ein sogenannter kleiner Kälteschein lässt sich schnell erwerben. Aber wer die Funktionsweise der Kältemaschinen nicht ausreichend kennt, kann nur bedingt bei Problemen nachbessern. Das aber ist bei einer so neuen Technik (in der Verwendung als Heizgerät) nicht verwunderlich und häufig der Fall. Dies war uns am Anfang natürlich nicht bewusst.
Hätten wir etwas anders machen können? NEIN, es braucht nun mal Projekte, die sich etwas Neues trauen und somit zum Versuchs- und Ausbildungsprojekt werden. Zudem ist es in einer Situation, in der Handwerksfirmen mit Fachpersonalmangel und überfüllten Auftragsbüchern mit ungeduldigen Bauherrschaften zu kämpfen haben, wahrlich schwer, etwas Neues mit ausreichender Zeit umzusetzen und dabei auch noch etwas zu lernen. Und dabei ist nicht nur die Unerfahrenheit der Heizungsbauer das Problem, sondern auch die monopolistischen Tendenzen ihrer Zulieferer, die ihnen kaum eine Wahl bei den Geräteherstellern lassen. Die Platzhirsche in dieser Branche haben nur wenig Druck, wirklich innovativ zu werden – ähnlich wie bei der Automobilindustrie, die die Umstellung auf Elektrofahrzeuge verpennt hatte. (Warum diese Kritik? Das zeigt sich später.)
Da es zur Wärmepumpe, wie schon erläutert, keine Alternative gibt, reicht das dünne Netz von Kältetechnik-Firmen keinesfalls aus. Also kann nur der Heizungsbauer diesen Job übernehmen, und das bedeutet, dass wir Geduld brauchen und ihnen die Zeit geben müssen, sich in diese neue Technik einzuarbeiten. Das aber bedeutet nicht, dass wir gedankenlos alles akzeptieren, was uns vorgesetzt wird – auch deshalb teilen wir hier unsere Erfahrungen und das erworbene Wissen.
Was ist bei uns anders?
Wir haben uns entschieden, eine selbst programmierbare Regelung zu verwenden. Zuerst war sie für die Heizungspumpe und deren Steuerung gedacht. Im Laufe der Zeit entwickelte sich daraus eine immer umfangreichere Aufgabenstellung. Jetzt überwachen wir auch die Leistungsdaten der Wärmepumpen und können diese mit der Regelung ansteuern. Auch erhalten wir durch die Einbindung von deutlich mehr Temperaturfühlern einen guten Einblick in die Pufferspeicher, die Wärmeverteilung im Rohrnetz und mehrere Raumtemperaturen. Darüber hinaus werden Leistungsdaten berechnet sowie die Werte aus der PV-Anlage und dem Stromspeicher erhoben. Erweiterungen sind noch in Planung.
Alle gesammelten Daten werden in einer Datenbank gespeichert und können mit Hilfe eines eigenen Programms ausgewertet werden. Dies ermöglicht uns nicht nur die Steuerung der gesamten Anlage, sondern wir können auch besser die Überwachung gewährleisten und somit Mängel erkennen. Durch die Auswertung der gesammelten Daten können wir darüber hinaus die Steuerung hinsichtlich des Wirkungsgrads der Wärmeerzeugung verbessern und dabei auch immer wieder Erkenntnisse gewinnen, die uns sonst verborgen geblieben wären. Die Programmierung befindet sich noch in Arbeit und wird auch noch einige Zeit in Anspruch nehmen – dabei sollen noch weitere Erkenntnisse aus der Datenanalyse einfließen.
Eine erste mühsam gewonnene Erkenntnis ist, dass unsere Wärmepumpen auf der Heizungsseite einen hohen konstanten Wasserdurchfluss benötigen und dabei nur um die 5 °K Erwärmung des Heizungswassers erbringen. Bei niedrigen Außentemperaturen sinkt diese sogenannte Spreizung noch weiter ab. Auch wenn dies für Flächenheizkörper genau richtig ist, bereitet es einer Heizung mit Heizkörpern erhebliche Probleme. Leider wird diese Problematik weitgehend verschwiegen, und nicht selten erlebten wir Fachpersonal, dem die daraus folgenden Problematiken völlig unbekannt schienen.
Was ist also das Problem – und wie wird damit in der Regel umgegangen?
(Dazu war ein Besuch auf einer Fachmesse aufschlussreich hinsichtlich des Umgangs und der Entwicklung durch die Hersteller von Wärmepumpen.)
Das Problem mit den Pufferspeichern: Sie sollen Wärmeenergie speichern – bei unseren 3000 l ca. 60 kWh. Wie sich zeigt, können diese aber nicht durch die Heizungspumpe abgerufen werden, wenn die Wärmepumpen zur gleichen Zeit nachheizen. Was da passiert, bleibt bei den meisten Anlagen unerkannt, da es keine Überwachung der Betriebszustände gibt. Mit Hilfe unserer Regelung konnten wir aber beobachten, dass die Wärmepumpen etwa die 2,5-fache Wassermenge umwälzen.
Grundsätzlich gilt: Die Temperatur im Speicher ist geschichtet – unten das kältere, oben das wärmere Wasser. Die Heizungspumpe bezieht ihr Heizungswasser dabei von oben aus dem Speicher und fügt unten das abgekühlte Heizwasser wieder zu. Dadurch kühlt der Speicher allmählich von unten nach oben ab, bis keine brauchbare Wärme mehr vorhanden ist. Die Wärmepumpen dagegen nehmen sich das kältere Wasser aus dem unteren Teil des Speichers, erwärmen es entsprechend ihrer Spreizung (also etwa 5 °K) und füllen es oben wieder in den Speicher – dabei pumpen sie die besagte 2,5-fache Wassermenge um.
Wenn nun aber beide Pumpen gleichzeitig laufen (und das ist in der Regel notwendig), führt das dazu, dass die Wärmepumpen abgekühltes Wasser (ca. 20 °C – 30 °C) aus dem unteren Puffer um 5 °K erwärmen und oben wieder einlagern. Dies neu eingelagerte Pufferwasser ist dann aber deutlich kälter als das in der Mitte gespeicherte Pufferwasser. Durch den höheren Volumenstrom der Wärmepumpe bekommt die Heizungspumpe aber nur das um 5 °K erwärmte Wasser – dieses ist für die Heizkörper zu kalt, und damit kann das Gebäude nicht gut beheizt werden.
Wie geht es trotzdem? Indem das Heizsystem während der Heizperiode rund um die Uhr läuft – genau so, wie bei Fußboden- oder Wandheizungen. Damit wird auch vermieden, dass die Räume über Nacht (oder am Wochenende) abkühlen und am Morgen eine zusätzliche Aufheizleistung benötigen. Diese Betriebsweise ist bei hoch gedämmten Gebäuden mit Fußbodenheizung üblich, führt im Altbau mit deutlich schlechterer Dämmung aber zu höheren Wärmeverlusten über den Winter und entspricht nicht unbedingt dem besten, energiesparenden Heizungsbetrieb.
Da diese Variante üblicherweise trotzdem auch im Altbau eingebaut wird (es gibt noch keine andere Möglichkeit), führt das dann zu hohen Stromrechnungen. Und da die Regelungen solcher Anlagen kaum Einblick in die Betriebsweise erlauben und damit eine Überwachung von unsinnigen Betriebsweisen nicht möglich ist, kommt es zu besagten hohen Stromrechnungen. Die Problematik – wenn sie überhaupt bekannt ist – wird kaum kommuniziert. Daher sind viele Heizungsbauer nach wie vor zu Recht skeptisch gegenüber dem Einbau von Wärmepumpen im Altbau.
Was ist also zu tun – und gibt es möglicherweise Lösungen?
Planung zu Beginn: Es beginnt mit einer genauen Analyse des Gebäudes sowie der Nutzung. Dabei sollte auch beachtet werden, dass sich dies im Laufe der Jahre verändern kann – in Wohngebäuden z. B. durch die Änderung der Bewohnerzahl, deren Anwesenheit oder unterschiedliche Wärmebedürfnisse zwischen Jung und Alt.
Für unsere Schule gilt im Besonderen, dass die Nutzungszeiten verhältnismäßig gering sind. Allerdings werden alle Räume gleichzeitig gebraucht, und dazu gibt es einen erhöhten Lüftungswärmebedarf. Dies ist grundsätzlich für die Beheizung durch Wärmepumpen eine ungünstige Nutzungsweise (hoher Wärmebedarf bei vergleichsweise kurzer Dauer). Dabei kommt erschwerend hinzu, dass vor Schulstart die Aufheizphase in der Regel bei den im Tagesverlauf geringsten Außentemperaturen stattfindet. Somit ist die Speicherung von Wärme und Strom besonders sinnvoll und notwendig – und daher ist es ungünstig, wenn ein entsprechender Betrieb nicht gut regelbar ist.
Für eine gute Planung muss also eine deutlich genauere Betrachtung aller Gegebenheiten erfolgen, als das üblicherweise bisher getan wurde. (Denn es galt lange: Lieber deutlich überdimensionieren, und alles wird jederzeit eher zu warm, als dass es Beschwerden geben könnte. Somit war eine genaue Betrachtung im Detail nicht notwendig. Dies wurde zwar durch viele Reformen der Gesetzgebung und die teurer werdende Energie nach und nach berücksichtigt, muss aber für die Nutzung von Wärmepumpen nochmal deutlich genauer und unter anderen Voraussetzungen betrachtet werden: hohe Anschaffungskosten bei mehr installierter Wärmeleistung, andere Rahmenbedingungen beim Betrieb von Wärmepumpen wie Außentemperaturen im Tages- und Jahresverlauf, Stromkosten u. a.)
Darum sind in den letzten Jahren viele dem leichten Weg gefolgt und haben neben dem Einbau von Wärmepumpen sicherheitshalber (und wie gewohnt) auch noch z. B. eine Gasheizung empfohlen. Das ist – wie schon erläutert – kein guter Weg und zukünftig sowieso nicht mehr möglich. Also braucht es ein Umdenken schon bei der Planung, aber auch eine Aufklärung der Nutzer, da jetzt das konkrete Nutzerverhalten eine größere Rolle spielt. Die Frage der Absicherung nach dem Motto „Auch bei tiefen Minustemperaturen kann ich alle Räume überheizen und dabei viel lüften“ kann so nicht bleiben. (Es gibt aber auch Lösungen für besonders kalte Zeiten ohne eine zweite Heizung oder teure Überdimensionierung, z. B. mobile Ölradiatoren, nachträglichen Einbau von Infrarotheizungen u. a.)
Die passenden Anlagen:
Für unsere Schule haben wir entschieden: den Heizwärme-Grundbedarf mit Hilfe von Luft-Wasser-Wärmepumpen zu erzeugen und diese über das vorhandene Rohrnetz und die bestehenden Heizkörper zu verteilen. Zusätzlich haben wir 3000 l Pufferspeicher installiert.
Dazu haben wir 14 Klima-Innengeräte (Luft-Luft-Wärmepumpen) mit 55 kW Leistung in 13 Räumen zusätzlich installiert. Diese haben folgenden Zweck:
- Um bei frostigen Außentemperaturen genügend Heizleistung zu haben.
- In Räumen mit hohem Lüftungsbedarf (nach der Fensterlüftung kann durch Klimageräte nachgeheizt werden).
- In Räumen mit Nachmittagsunterricht oder bei Abendveranstaltungen individuell einzelne Räume zu heizen.
- In Räumen mit Kühlbedarf im Sommer (das besondere Plus von Klimageräten). Allerdings nutzen nicht alle diese Möglichkeit wegen des Luftstroms und der Lüftergeräusche.
Zusätzlich haben wir eine umfangreiche Regelung (wie auch an anderer Stelle beschrieben).
Als Bonus haben wir eine Aufstockung der vorhandenen 10 kWp PV-Anlage um 20 kWp mit 20 kWh Stromspeicher vorgenommen.
Wer plant das?
Eigentlich ein Fachplaner. Diese sind allerdings nur schwer zu bekommen und kosten einiges an Geld – wird in der Regel nur bei größeren Gebäuden genutzt. Also kommt es zu einer Mischung aus Beratung durch Energieberater, Handwerksfirma, Hersteller und Bauherrschaft. Dabei kommt es naturgemäß zu einigen Loyalitätsproblemen aufgrund von Eigeninteressen. Aber das Hauptproblem besteht darin, dass es nicht so viele gute Vorbilder und damit verbundene Erfahrungen bei allen Beteiligten gibt.
Darum hat sich die Schule gerade auch deshalb für einen Weg entschieden, auf dem es auch darum geht, Erfahrungen zu sammeln, Lösungen zu suchen und davon zu berichten.
Zu unserem Einsatz (Bauherr und mehr) während der Planung und Bauphase:
Ein Umbau, wie hier beschrieben, sollte gut geplant sein. Gibt es keinen Fachplaner, kann nur durch aktive Mitwirkung des Bauherren ein Umbau gelingen. Gerade wenn es sich für die beauftragten Firmen um Neuland handelt, brauchen sie einen Bauherren an ihrer Seite, der das gewünschte Ergebnis im Blick behält – in unserem Fall eine neue Heizung, die soweit wie möglich auch den Anforderungen CO₂-frei, Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit u. a. entspricht. In unserem Fall braucht es insbesondere die Fähigkeit, eine selbst programmierbare Regelung zu nutzen.
Zur Warmwasserbereitung:
Da es in der Schule nur einen geringen Bedarf an Warmwasser gibt, haben wir der Einfachheit halber einen Durchlauferhitzer eingebaut. Das muss allerdings bei der Anschlussleistung des Haus-Stromanschlusses berücksichtigt werden.
Zum Energieberater und der BAFA:
Wer eine Förderung der BAFA möchte, braucht einen zugelassenen Energieberater. Diese haben sich aber in der Vergangenheit mehr auf Dämmung und Energieeinsparung fokussiert und sind bei der Fragestellung nach CO₂-freier Heizung noch nicht so erfahren, wie es zu wünschen wäre – auch wenn es da mit Sicherheit große Unterschiede bei der Qualifizierung gibt. Dass dies so ist, ist kein Verschulden der einzelnen Berater, sondern das Ergebnis einer lange Zeit verschlafenen Energiewende.
Wer baut das ein?
Eigentlich braucht es die Qualifikation des Heizungsbauers, des Kältetechnikers, des Elektrikers und eines Regeltechnikers, sowie für die PV-Anlage einen Solateur. Dazu ist für Wartung, Reparatur und Notfälle der Handwerker um die Ecke wünschenswert, da ansonsten hohe Anfahrtkosten und geringere Verfügbarkeit zum Problem werden. Und dann reicht es auch nicht, wenn die Qualifikation für Wärmepumpen auf dem Firmenwagen steht – es braucht auch Fachpersonal mit Qualifikation und bestenfalls Erfahrungen.
Leider hatten wir nicht das Glück, so jemanden zu bekommen. Wir konnten allerdings durch vorangegangene Baustellen auf ein gutes und vertrautes Netz von Handwerkern zurückgreifen. Allerdings war kein Kältetechniker dabei, und die Heizungsbauer waren 2022 noch ganz am Anfang des Prozesses, sich mit einer Zusatzqualifikation auszustatten – Klimageräte waren nicht dabei. Also konnten wir uns nur für die eine Firma entscheiden, die uns ein Angebot gemacht hat, und das war zu dem Zeitpunkt nicht selbstverständlich. Im Nachgang betrachtet haben wir uns mit den Problemen beschäftigen müssen, die so ziemlich häufig auftraten. Da eine CO₂-freie Heizung für uns wegen des Klimawandels natürlich ein Herzensprojekt ist, haben wir durch viel Einsatz und Eigeninitiative einiges ausgleichen können. Dabei gilt: Da sich in diesem Bereich einiges im Wandel befindet, kann es keine statische Empfehlung geben, sondern nur Aspekte, auf die es nach unserer Erfahrung ankommt und die im Einzelfall angepasst werden müssen.
Welche Regelung kann helfen?
Was bei so einer Anlage (Wärmepumpen, Pufferspeicher, Heizungspumpe und PV-Anlage mit Stromspeicher) an Regelung benötigt wird, war nicht zu haben. Nach längeren Recherchen haben wir die Firma TA aus Österreich entdeckt. Dabei haben wir erkannt, dass diese selbst programmierbare Regelung vieles von dem kann, was wir brauchen. Wir können deshalb mit der vorprogrammierten Heizungssteuerung zur Zeit den Heizungsbetrieb steuern. Neben dieser Regelung haben wir eine Datenbank, die alle Werte im Minutentakt speichert, so dass wir jegliche Auswertung und Analyse der gewünschten Betriebszeiten vornehmen können. Damit sind wir in der Lage, nicht nur live am Bildschirm alle relevanten Messwerte zu verfolgen, sondern können auch Entwicklungen darstellen und auswerten sowie einiges mehr. Das hat uns in der Vergangenheit schon geholfen, dafür zu sorgen, dass die Installationsfirma Nachbesserungen und Reparaturen vornimmt.
Leider war es nicht möglich, mit der TA-Regelung auf die Regelung der Klimageräte zuzugreifen. Zur Zeit wird an der Neuprogrammierung der Regelung gearbeitet – dazu später noch einiges mehr. Die Kosten für die TA-Regelung lagen bei etwa 6.000 € und damit günstiger als die Zentralregelung der Klimageräte, die so viel weniger kann.
Eigene PV-Anlage:
Dass eine PV-Anlage sinnvoll und auch wirtschaftlich ist, hat sich wunderbar entwickelt. Allerdings wurde dieses Potenzial im eigenen Land von Regierung und Wirtschaft lange verschlafen. Die Netzagentur hat nur auf Stromautobahnen gebaut und sich zu wenig um Speicherung des grünen Stromes gekümmert – erst jetzt, 10 Jahre später, ist vieles in Bewegung. Infolgedessen stellen sich Netzbetreiber als Bremsklötze der grünen Energie jedem PV-Anlagen-Betreiber mit Bürokratie, langen Bearbeitungszeiten und unverhältnismäßig hohen zusätzlichen Anforderungen in den Weg. Gerade bei Anlagengrößen mit mehr als 30 kWp sind die Auflagen so, dass es sich kaum lohnt.
Andererseits gibt es bei hohem eigenen Stromverbrauch (z. B. durch Heizen mit Wärmepumpen) kaum eine bessere Maßnahme, um Energiekosten zu sparen, gleichzeitig die Energiewende zu fördern und darüber hinaus ein wenig Unabhängigkeit von den Stromkonzernen zu erlangen. Um dieses Potenzial voll auszuschöpfen, braucht es allerdings auch die Stromspeicherung und bestenfalls eine Regelung, die damit etwas anfangen kann. Auch in diesem Bausektor fehlte es an qualifizierten Elektrikern (glücklich, wer überhaupt einen bekam). Inzwischen scheint sich das zu entspannen.
Allerdings erwartet uns da noch in den nächsten Jahren eine weitere Entwicklung, wenn wir E-Autos nutzen, deren Strombatterien wir auch für den Haushaltsstrom nutzen können. Intelligente Stromzähler sorgen dafür, dass wir dann den Strom aus dem Netz beziehen, wenn er günstig ist. All das setzt aber eine Regelung voraus, die das gut macht und dabei auch noch verstehbar ist, sodass wir damit gut umgehen können.
Zu unserem Hausstromanschluss:
Dieser sollte schon früh bei der Planung aller Baumaßnahmen in den Blick genommen werden, da hier sonst eine erhebliche Kostenfalle oder gar Blockierung des Umbaus entstehen kann. Normale Hausanschlüsse sind auf 30 kW Leistung ausgelegt, einige lassen sich auch auf 50 kW erweitern. Daher sollten die geplanten Anlagen (Wärmepumpen, Klimageräte, Infrarotheizungen, Durchlauferhitzer und alles andere) normalerweise nicht über 30 kW Leistung liegen. Auch braucht es Platz im Zählerschrank für alle benötigten zusätzlichen Stromverbraucher. Wer auf spezielle Tarife für Wärmepumpen setzt, sollte berücksichtigen, dass es dafür einen eigenen Stromzähler braucht. Dies lohnt sich wahrscheinlich kaum und kann bei einer eigenen PV-Anlage nicht sinnvoll eingesetzt werden. Also früh genug einen kompetenten Elektriker befragen.
Zur wirtschaftlichen Betrachtung und Finanzierung:
Nach wie vielen Jahren sich eine Maßnahme wie der Umbau einer Heizanlage rechnet, ist zwar durchaus von Belang, kann aber nicht wirklich im Vorfeld bestimmt werden.
Warum? Der Zinssatz der Finanzierung ist hierbei eine wichtige Größe, aber noch wichtiger ist die Frage: Bekomme ich das Geld überhaupt, oder habe ich sowieso zu viel auf dem Konto? Wer auf Fördergeld von der BAFA sowie KfW und anderen staatlichen Stellen baut, muss sich darauf einstellen, dass es zur Zeit lange dauert (oftmals mehr als ein Jahr nach Abschluss der Baumaßnahme), bis das Geld ausgezahlt wird.
Wichtige Fragen sind auch: Welche Energiekosten habe ich jetzt, welche Kosten nach dem Umbau (bzw. was wäre, hätte ich nicht umgebaut) – und: Was kostet die Energie nächstes Jahr oder in 5 Jahren? Da sich die meisten dieser Fragen nicht wirklich beantworten lassen, bleibt die Wirtschaftlichkeit eine sehr persönliche Geschichte und lässt sich nicht verallgemeinern. Allerdings weisen alle Zeichen darauf hin, dass Nichtstun oder auf herkömmliche Energiequellen setzen teurer wird – und daher ist der Umbau am Ende auch wirtschaftlich sinnvoll.
Zur Nachhaltigkeit:
Die Nachhaltigkeit ist eine sehr umfassende und kaum berechenbare Größe und dennoch eine sehr wichtige grundsätzliche Fragestellung. Denn wenn geplante Änderungen in der Energieversorgung nicht auch nachhaltig sind, machen sie nur wenig Sinn.
Grundsätzlich wird bei der Betrachtung der Nachhaltigkeit auch die Energie berücksichtigt, die verwendet wird, um die „Heizung“ und den Energieträger (Gas, Strom oder anderes) überhaupt erst verwenden zu können (Förderenergie, Transportenergie, Prozessenergie, Material-Entstehungsenergie sowie Bauenergie). Somit kann eine Betrachtung hier nur sehr grob ausfallen.
Zuerst einmal gilt, dass es nachhaltig ist, wenn nicht alles neu gebaut wird und wir auf Bestehendem aufbauen – z. B. Rohrnetz und Heizkörper. Auch ist es nachhaltig, nur eine Heizung mit ihrer Versorgungsleitung zu nutzen und nicht eine weitere (also neben den Wärmepumpen nicht auch noch eine Gasheizung). Im Zweifelsfall sollte man dann die Wärmepumpe mit mehr Leistung nehmen. Weitere Überprüfungen und Bewertungen wurden hier nicht berücksichtigt.
